Franzis-Welt

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Corona hält die Welt in Atem und das nicht erst seit den positiven Fällen bei Tönnies. Bei allem Respekt um jeden einzelnen, der aufgrund des Lockdown seine grade wiedergewonnene Freiheit zurückfahren muss: Es stehen aktuell Existenzen und die Gefährdung des Tierwohls auf dem Spiel. Wirft man einen Blick in die USA ist zu sehen, wohin ein Corona-Einbruch in Schlachthöfen führen kann – Nottötungen, Betriebsaufgaben und fehlende Lebensmittelvorräte! Anstatt des aktuellen Kesseltreibens sollten wir innerhalb der Branche gesellschaftlich sowie politisch lösungsorientiert zusammenarbeiten und unsere Energie, die wir zur Bewältigung der Krise und zur Bekämpfung des Virus benötigen, bündeln.

Die Fragen, die nach all den Diskussionen bleiben, sind doch:

  • Sind Lebensmittel aus Deutschland wichtig?
  • Ist die heimische Landwirtschaft politisch und gesellschaftlich gewünscht?
  • Hat die inländische Schweinehaltung und -schlachtung eine Zukunft?

Nicht ohne Grund zeigen die Viehzählungsergebnisse aus Mai 2020 erneut einen deutlich rückläufigen Schweinebestand. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Bestand um 2,3 % (584.000 Tiere) auf 25,4 Mio. Schweine. Hinsichtlich der Anzahl der schweinehaltenden Betriebe sind im Vergleich zum Vorjahr sogar 1.200 Betriebe (5,7 %) aus der Produktion ausgeschieden. Es ist keine Zeit für Aufschub. Nichts tun bewegt nichts!

Ein Lichtblick zeigt das am vergangenen Freitag stattgefundenen Branchengespräch, zu dem die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und die Landwirtschaftsministerinnen aus NRW und Niedersachsen eingeladen hatten. Die Eckpunkte für eine zukunftsfähige Schweinehaltung und Fleischwirtschaft zur Erhöhung der Tierwohl-, Umwelt- und Sozialstandards sind definiert.

Wir können weiter diskutieren, ob man den Tönnies-Corona-Ausbruch hätte verhindern können. Oder noch besser: Die Person Clemens Tönnies weiter in die Mangel nehmen. Das bringt jedoch weder mehr Tierwohl in die Ställe, noch nimmt es unsere verantwortungsvollen Verbraucherinnen und Verbraucher in die Pflicht. Wenn es um die Versorgungskette vom Stall bis zum Teller geht, sind wir alle in der Verantwortung – in der Pflicht!

Jetzt heißt es, in die Umsetzung zu gehen und der Idee von einer europakonformen Tierwohlabgabe Taten folgen zulassen, sowie die nötigen Rahmenbedingungen zu stellen, damit Landwirte die nötige Grundlage haben, ihre Ställe für ein erhöhtes Tierwohl auch umbauen zu können. Die Bauern sind schon lange bereit – in den nächsten Monaten wird es sich zeigen, ob es auch unsere Politik und Verbraucher sind. In der stillen Hoffnung, dass wir am Ende des Jahres alle offenen Fragen mit JA beantworten können.

Die Zeit ist jetzt!

Eure Franzi