Franzis Welt: Lasst uns endlich Schlachten!!!

Franzis Welt: Lasst uns endlich Schlachten!!!

Dear ministers,

Come take a walk with me

Let’s pretend we’re just a few people and

You’re not better than me

I’d like to ask you some questions if we can speak honestly

What do you feel when you see the pig farmers distress?

What do you pray for the piglets and fattening pigs in overcrowded stalls?

What do you feel when farmers have to slaughter pregnant sows?

Are you proud?

 

How do you sleep while the rest of us cry?

What do you dream when generational farms desperately give up?

How do you walk with your head held high?

Can you even look me in the eye?

And tell me why?

Lasst uns endlich Schlachten!!!

Im Juli haben wir aufgezeigt, welche Auswirkungen Corona in den USA hatte. Vier Monate weiter und die Schweinehaltung steckt in der größten Krise seit Jahrzehnten: Überfüllte Ställe, Häufungen von Betriebsaufgaben, die gesamte Branche vermarktet unter Produktionskosten und der psychische Druck auf alle Beteiligen wächst von Tag zu Tag. An diesem Punkt möchte ich meinen Appell an alle Mäster richten: Bringt etwas Verständnis für Eure Vermarkter auf! Der gesamte Viehhandel steht vor enormen Herausforderungen, die aufgelaufenen Schlachtschweine bestmöglich zu vermarkten und – mindestens genauso wichtig – zeigt Euch solidarisch zu den Ferkelerzeugern. Bei dem aktuellen Ferkelpreis sollte kein Mäster überlegen, ob er Ferkel einstallt.

Liebe Frau Klöckner, sehr geehrte Agrarminister/-innen, wenn gewünscht ist, dass Deutschland zukünftig Schweineimportland wird, dann stellen Sie ein vernünftiges Ausstiegsprogramm für unsere Landwirte auf die Beine, ansonsten brauchen wir jetzt Lösungen! Alleine in den vergangenen Wochen sind die Sauenschlachtungen gegenüber dem Vorjahr extrem gestiegen und das sicher nicht aufgrund der aktuellen Marktlage für Sauenfleisch.

Unsere neue Zerlegung in Rheda wartet seit Wochen darauf in Betrieb genommen zu werden. Statt die Genehmigung zu erhalten, werden ständig neue Vorgaben auferlegt, wobei die Sachlichkeit nicht selten infrage zu stellen ist. Sie sagen, dass Sie für eine Marktentlastung sorgen wollen, die Schweinehalter auf Sie zählen können – dann unterstützen Sie die Schlacht- und Zerlegebranche endlich dabei die bestehende Schlachtkapazität verfügbar zu machen! Mit Blick auf die Feiertage sind zudem die Weichen zu stellen, dass das verfügbare Schlachtpersonal schnellstmöglich wieder arbeiten kann. Wir benötigen eine bundesweite Feiertagsregelung für alle Reiserückkehrer und keine unverhältnismäßigen Quarantänevorschriften.

Liebe Frau Merkel, auch Sie sind gefragt! Mit dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest wird dringend die Anerkennung des Regionalisierungskonzeptes für den Export von Schweinefleisch in die Drittlandsmärkte benötigt. 25% des Schweineschlachtkörpergewichtes sind Schlachtnebenprodukte wie Kopffleisch, Därme, Rüssel oder Ohren. Die Volksrepublik China ist seit diesem Jahr zum wichtigsten Handelspartner für die Schweinefleisch-Exporte eben dieser Nebenprodukte geworden. So gingen 26,8% der Schweinefleischexporte im 1. Halbjahr 2020 nach China. Die gesamte Schweinebranche baut auf Ihre Unterstützung! Das Regionalisierungsabkommen ist auf höchster politischer Ebene durchzusetzen.

Sehr geehrte Bundeskanzlerin, sehr geehrte Minister/-innen, ich weiß, dass ich Ihnen nichts Neues erzähle und Sie mit den Themen bestens vertraut und alles andere als untätig sind, genau aus diesem Grund habe ich die Themen in der Vergangenheit nicht zu Papier gebracht. Aber jetzt ist es 5 nach 12!

Wir treten auf der Stelle, die Verzweiflung der Landwirte wird immer größer. Von Tierwohl, geschweige denn Tierschutz kann keine Rede mehr sein. Die Ferkel drücken, die Schweine fließen nicht ab. Alles muss dafür getan werden, dass sich der Stau nicht noch weiter erhöht!

Ich glaube an die deutsche Landwirtschaft, wir haben tolle Betriebe, die seit Jahrzehnten mit Leidenschaft wirtschaften. Die neusten Viehzählungsergebnisse zeigen, dass sich die Schweine- sowie Sauenbestände im Vergleich zum Vorjahr bereits extrem reduziert haben. Der hiesige Strukturwandel ist gigantisch.

Wir müssen jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass die aktuell noch bestehenden 20.400 schweinehaltenden Betriebe in Deutschland zeitnah wieder wirtschaftlich arbeiten können!!

Die Zeit ist jetzt!